Warum ich mit 53 Jahren Bestatterin geworden bin

Mein Name ist Annette Langner, und ich möchte Ihnen ein Stück meiner Lebensgeschichte erzählen.

Ich bin 1972 in Herford geboren und aufgewachsen. Als ich 21 Jahre alt war, ist mein Opa mit 67 Jahren völlig unerwartet verstorben. Kurz darauf erkrankte meine Mutter an Krebs – ein langer und zermürbender Weg, der fast zehn Jahre dauerte. Es waren Zeiten zwischen Hoffnung und Verzweiflung. Mit 56 Jahren hat meine Mutter den Kampf verloren und ist 2003 verstorben.

Diese Erfahrungen haben mein Herz und mein Leben tief geprägt.

Ich habe damals gespürt, wie schwer es ist, in unserer Gesellschaft mit dem Thema Tod umzugehen, wie sehr er oft tabuisiert wird und wie sehr ein offener, liebevoller Raum für Trauer fehlt. Diese Erfahrung – und der Wunsch, es für Trauernde anders zu gestalten – haben meinen Herzensweg noch klarer werden lassen.
Beruflich führte mein Weg zunächst in das Autohaus meines Vaters, in dem ich seit 1991 tätig bin und das ich 2014 übernommen habe. Doch obwohl ich dort mit Freude gearbeitet habe, ließ mich das Thema Sterben und Tod nie los.
Immer wieder habe ich im privaten Umfeld Menschen begleitet, und dabei gespürt, wie wichtig es ist, in solchen Momenten nicht allein zu sein.

Ich begann mit Ausbildungsmodulen für Quereinsteiger beim Bestatterverband und durfte im Hospizverein Herford e.V. die Ausbildung zur Sterbebegleiterin absolvieren. Aus einem Teil unseres Autohauses ist inzwischen mit viel Liebe und Herzblut ein wunderbarer Ort entstanden an dem Trauer Raum bekommt. Einen Ort, an dem Sie in Ihrem eigenen Tempo Abschied nehmen dürfen – ohne Eile, ohne Druck, ohne starre Regeln.
Mein Wunsch ist es, Menschen in ihrer Trauer mit offenen Herzen zu begegnen. Ich habe Räume geschaffen, in denen Schmerz, Liebe, Erinnerungen und auch Hoffnung ihren Platz haben dürfen. Und mit einem tiefen Verständnis dafür, dass jeder Abschied so einzigartig ist wie der Mensch, dem er gilt.

Warum Seelenflug?

Der Name ist inspiriert von Eichendorffs Gedicht „Mondnacht“:

Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.

Dieses Bild beschreibt, was ich in meiner Arbeit begleiten möchte: den letzten Flug nach Hause – behütet, würdevoll und getragen von Liebe.

Meine Werte

Ich persönlich glaube daran, dass unsere Seelen weiterleben. Gleichzeitig ist Seelenflug Bestattungen ein offenes Haus – für Menschen mit und ohne Glauben, für traditionelle Wege und für neue Formen des Abschieds. Denn jeder Abschied ist so einzigartig wie das Leben selbst.

Mir geht es nicht darum, „wie man es schon immer gemacht hat“. Entscheidend ist, was Ihnen guttut und was zu Ihrem verstorbenen Menschen passt.

Ob klassisch in Schwarz, still und leise oder laut, bunt und voller Farbe – jeder Abschied darf so einzigartig sein wie das gelebte Leben.
Gemeinsam mit Ihnen gestalte ich Verabschiedungen, die sich stimmig und richtig anfühlen.

Mein Versprechen

Ihre Trauer und Ihren Verlust kann ich Ihnen nicht abnehmen. Aber ich kann Ihnen einen geschützten Raum geben – voller Wärme, Zeit und Geborgenheit.

Einen Raum, in dem Sie fühlen, loslassen und sich verabschieden dürfen, so wie es für Sie und Ihren geliebten Menschen richtig ist.

Damit Sie inmitten von Schmerz auch Trost und Halt finden – und Ihren ganz eigenen Weg des Abschieds gehen können.